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Inklusion = Illusion?!“


Liebe Leser_innen,

ich sitze seit fast 17 Jahren im Rollstuhl und spätestens seit ich studiert habe, mache ich immer öfter Erfahrungen mit der unglücklichen Umsetzung von Inklusion. Gerade während der letzten Monate meines Studiums habe ich mich intensiv mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen beschäftigt. Diese trat im Jahr 2009 in Deutschland in Kraft und durch seine Unterzeichnung verpflichtet sich Deutschland dazu, ein für alle Menschen zugängliches inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu gewährleisten. Dennoch habe ich am eigenen Leib erfahren, dass es auch 3-6 Jahre nach der Konvention im öffentlichen und im universitären Raum noch immer Gebäude gibt, die schlicht und einfach rollstuhlsicher sind, d.h. keine oder viel zu enge Aufzüge haben, über keine elektrischen oder rollstuhlgeeigneten Türen verfügen etc.

Ich frage mich nun ernsthaft, wie das sein kann und, wenn ich ehrlich bin, ich verstehe auch nicht, warum Deutschland die Konvention überhaupt unterschrieben hat. Meiner Meinung nach sind viel zu wenig Privatleute und Kostenträger dazu bereit, Inklusion wirklich konsequent umzusetzen, sobald die Behinderten im Rollstuhl sitzen, mehr als nur ihr Unterkörper gelähmt ist, sie nicht richtig sprechen können und pflegerischer Dienstleistungen bedürfen. In Wahrheit denke ich, dass Inklusion – zumindest nach deutschem Verständnis – an dieser Stelle endet und dass die Verantwortung in solchen Fällen von vornherein der Sonderpädagogik zugeschoben wird, die es – nach MEINEM Verständnis von Inklusion im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention – bald nicht mehr geben soll. Ich komme folglich zu der Erkenntnis, dass Deutschland noch nicht bereit für vollständige Inklusion ist. Das ist nicht nur architektonisch erkennbar – durch Treppen, keine Rampen, enge Türen/Flure/Aufzüge oder einfach gar keine Aufzüge -, sondern auch durch persönliche Einstellungen bzw. Vorurteile - „Ja, wie, Sie gehen ohne Assistenz zum einkaufen/zur Klausur etc.? Ja, das geht aber nicht! Soll ich Ihnen etwa helfen, wenn Sie Hilfe brauchen?!“.

Vor ein paar Tagen habe ich mich in Bonn bei der Caritas beworben und es kam die zugegebenermaßen ehrliche Antwort zurück, dass ich dort abgelehnt werde, weil das Gebäude der Caritas nicht rollstuhlgerecht ist und über keinen Aufzug verfügt. Wenn ich das richtig sehe, ist das ein eindeutiger Verstoß gegen die UN-Behindertenrechtskonvention und es regt mich schlichtweg auf, dass so etwas noch möglich ist und nicht viel strenger kontrolliert wird. Das fände ich zumindest angebracht, wenn Deutschland die Konvention schon unterschrieben hat.








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