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Zweiundzwanzig.

Ich bin mit Abstand keine Expertin auf dem Gebiet ,Mit Behinderung selbstbestimmt leben' oder so. Ich habe weder diverse praktische Erfahrungen damit gesammelt, noch habe ich mich gründlich darüber informiert bzw. in alle Richtungen recherchiert. Deswegen ist es auch mehr als anmaßend, wenn ausgerechnet ich darüber schreibe. Das ist mir klar. Aber ich möchte ja an dieser Stelle ausschließlich von meinen subjektiven Empfindungen schreiben, völlig unabhängig von einem wissenschaftlichen, auf Fakten basierenden Kontext.

Zu einem kleinen Bruchteil bilde ich mir ein, dass ich längst nicht mehr so naiv und blauäugig bin wie noch vor einem halben Jahr, als ich zum Beispiel noch dachte, dass Rollstuhlfahrer, die sich nicht alleine pflegen und versorgen können, immer der Pflegestufe 3 zugewiesen werden. Lächerlich. Eine Bekannte von mir sitzt im E-Rolli, kaann nicht alleine kochen, putzen, auf die Toilette gehen, ins Bett gestern, aufstehen, sich anziehen, sich ausziehen, hat aber nur Pflegestufe 2 bekommen, weil das ja vollkommen ausreicht. Wofür braucht so eine denn 24 Stunden Assistenz am Tag, wenn es doch auch mit ein paar Stunden auch getan ist. Und da fängt sie wieder an. Die Beschneidung der Inklusion i.d.F. seitens der Krankenkassen. Wird dem Behinderten, der sich nicht alleine versorgen kann nur eine bestimmte Anzahl an Assistenzstunden genehmigt, muss der nämlich anfangen, seinen Tagesablauf danach auszurichten und nicht seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen entsprechend. Das wäre ja auch ein bisschen dreist, (so oft) auf die Toilette zu gehen, wann (/wie) er will, zu essen und zu trinken, wenn er es will, ins Bett zu gehen, wann er will, ausschlafen und spontan spazieren zu wollen. Allein die Vorstellung, dass Behinderte ihren Tag gerne frei gestalten möchten, ist doch völlig absurd! Und dennoch, das muss ich leider zugeben, hätte das Mädchen, das ich noch vor einem halben Jahr war, es als lachhaft übertrieben empfunden, dass die 24-Stunden-Assistenz für Behinderte einen wahrhaften Luxus darstellt. So ist es aber, ganz im Ernst: Ich kann von Glück sagen, dass ich meine 24-h-Assistenz bewilligt bekommen habe und meinen Tag frei gestalten kann. Jedenfalls meistens. Da ich im Anbetracht meiner Vollzeitassistenz sehr privilegiert in der - Ich sag´s jetzt einfach - Welt der Behinderten erscheine, wirkt das, was jetzt kommt, vermutlich wie Jammern auf ganz hohem Niveau. Das ist mir sehr bewusst und dennoch beschleicht mich in letzter Zeit das ärgerliche Gefühl, dass der Pflegedienst meinen Tagesablauf selten, aber dennoch hin und wieder, teilweise fremdbestimmt gestalten will. Das ist nichts ganz so Neues für mich. Im Oktober, als ich hier einzog, wurde ich quasi jeden Morgen vom Pflegedienst fremdbestimmt. Die Theorie war, dass in den ersten Wochen jemand vom Pflegedienst meine jeweilige Assistentin dabei anlernen sollte, mich morgens aus dem Bett zu holen und fertig zu machen. Das war die Theorie. Die Praxis war, dass dieser Jemand vom Pflegedienst morgens nie vor halb 9, eher 9 kommen konnte und dass meine Assistenten diejenigen waren, die die vom Pflegedienst anlernten. Glücklicherweise konnte ich den Pflegedienst dazu überreden, keine Leute mehr von sich zur morgendlichen Grundpflege vorbeizuschicken, sodass meine Assistenten mich jetzt morgens immer alleine aus dem Bett holen, sogar schon vor halb 9. Es ist extrem schön für mich, jetzt auch mal morgens um 9.30 in die Kirche kann oder in der Lage bin, frühe Termine wahrzunehmen. Morgen hab ich beispielsweise so einen Termin um 8.45 Uhr. Wenn der Pflegedienst immer noch die Grundpflege bei mir machen würde, hätte ich ihn absagen müssen. Das, was mir bei dieser ganzen Geschichte am meisten aufgefallen ist, ist, dass der Pflegedienst scheinbar automatisch angenommen haben muss, dass ich arbeitslos bin. Er hat mich, soweit ich weiß, nicht mal gefragt, ob es morgens eine bestimmte Uhrzeit gibt, zu der ich aus dem Haus muss. Auch scheint er nicht davon auszugehen, dass ich meine Wohnung tagsüber verlasse, um etwas zu unternehmen.

Auch wenn der Pflegedienst sich nicht mehr um meine Grundpflege kümmert, worüber ich sehr glücklich bin, schickt er bisweilen Personal in meine Wohnung, um Dokumente (Leistungsnachweise) abzuholen oder zu -liefern. Dagegen habe ich nicht das Geringste. Was mich aber stört, ist die Tatsache, dass dieses Personal absolut kurzfristig und selbstverständlich am Morgen des selben Tages angekündigt wird und ich dann, wenn ich noch zu Hause bin, so lang an die Wohnung gebunden bin, bis dieses Personal aufgetaucht ist! Letzte Woche Dienstag war ich meiner Assistentin in der Stadt, als diese von der Sekräterin vom Pflegedienst angerufen wurde, die ihr sagte, dass jemand vor meiner Tür stünde und die Leistungsnachweise abholen wolle. Und das ohne irgendeine Vorankündigung. Also, tut mir leid, für mich erzeugt das schon den Eindruck, dass der Pflegedienst denkst, dass ich so oder so den ganzen Tag in der Wohnung sitze und nichts mit meiner Zeit anzufangen weiß.    

7.3.16 10:26
 
Letzte Einträge: Vierzehn., Sechzehn, Zwanzig., Einundzwanzig., Dreiundzwanzig.


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