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Einundzwanzig.

Ich habe an dieser Stelle lange nichts mehr von mir hören lassen. Zum Großteil ist das meiner Faulheit geschuldet, aber auch ein bisschen dem Umstand, dass ich in letzter Zeit überwiegend mit meiner Assistenz unterwegs bin und mir so die ein oder andere Diskriminierung gegenüber Behinderten in der Gesellschaft nicht mehr unmittelbar präsent ist. Meistens jedenfalls. Ich gebe das nur ungern zu, aber ich für mich denke, dass Menschen mit Behinderung es mit einer Assistenz an der Seite in der Gesellschaft leichter haben als ohne. Irgendwie ziemlich bitter, finde ich. Aber ich glaube, ich bin gerade dabei, das zu akzeptieren. Mein Wunsch wäre es, dass sich Behinderte - na ja, zumindest Körperbehinderte - als eigenständige und einzelne Personen in der Gesellschaft bewegen und sich auf die Unterstützung der anderen Personen verlassen können. So, wie ich es z.T. in Marburg und Rheinbach gemacht habe. Für mich persönlich lässt sich festhalten, dass diese Variante durchaus möglich, aber auf Dauer leider nicht realitätsnah ist. Zum Beispiel genieße ich es im Moment, ganz sicher zu wissen, dass ich, wenn mir auf der Straße, im Zug, im Supermarkt oder sonst wo draußen etwas runterfallen sollte, meine Assistenz im Schlepptau habe, die es mir aufhebt; Ich genieße es, einkaufen zu gehen und währenddessen kein mulmiges Gefühl im Magen zu haben, weil ich nicht genau weiß, ob ich an der Kasse eine liebe Seele finde, die mir die Einkäufe in die Tasche packt.

Das alles bedeutet aber nicht, dass ich, nur, weil ich nun eine Assistenz habe, plötzlich eine rosarote Brille auf habe und Inklusion nicht mehr als Illusion sehe. Ein Paradebeispiel, das sich mir hier geradezu aufdrängt, ist der Bonner Hauptbahnhof (tief). Ich habe zwar nicht so viel Erfahrung mit solchen, aber ich glaube, dass Bahnhöfe allgemein große Stolpersteine für Inklusion darstellen (können): Sehr enge Aufzüge, von denen es jeweils nur einen gibt, der hin und wieder schlicht ausfällt. Na ja, und am Bonner Hauptbahnhof (tief) gibt es überhaupt gar keinen Aufzug. Das klingt zwar fast wie ein Scherz, ist es aber leider nicht. Der einzige Weg nach oben zu den Aufzügen, die einen zu den Gleisen bringt, führt über eine - immerhin! - flache Rolltreppe. Das ist wirklich wahr! Und wenn man sich an dieser Stelle immer noch einbildet, dass in dieser Gesellschaft wirklich jeder an einem Strang zieht, um die Inklusion voranzutreiben, sollte man auf den Aufkleber an der Rolltreppe schauen, auf dem ein Kinderwagen - immerhin kein Rollstuhl! - durchgestrichen ist.    

 

18.2.16 19:09
 
Letzte Einträge: Vierzehn., Sechzehn, Zwanzig., Dreiundzwanzig.


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Silke (18.2.16 18:30)
Liebe Jasmin, nun wohne ich schon seit Jahren in Bonn aber das wusste ich nicht! Ein trauriges Bild, was der Hauptbahnhof Bonn da abgibt. Super, dass du darauf aufmerksam machst.
In deinem Buch beschreibst du ja auch im Detail viele Situationen und Erfahrungen mit Hindernissen im öffentlichen Raum. Steter Tropfen höhlt den Stein, heißt es, und du bist eine kämpferische junge Frau, weiter so! 👍
Herzliche Gruß,auch an Daisy 🐩von deiner Nachbarin bei Amaryllis eG,
Silke

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