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Zwölf.

Anfang Juli habe ich mir bei einem Waldspaziergang das Bein gebrochen. - Das klingt zunächst paradox. Eine Rollstuhlfahrerin, die seit 17 Jahren nur dumm rum hockt, bricht sich das Bein. Das kann doch nur ein Witz sein! - Aber ich habs geschafft, sogar ca. 2 Wochen vor einer Klausur. Wie das geht? Nun, als ich an einer etwas zu matschigen Stelle etwas zu schnell gefahren bin, hat mein Rolli einen Satz gemacht und ich flog in hohen Bogen auf den Boden, mein Rollstuhl landete etwas unsanft schräg auf mir drauf. Ich hatte daraufhin unbeschreibliche Schmerzen im linken Bein. Mein Vater, der dabei war, stellte meinen Rolli wieder auf die Räder und hievte mich hinein. Zu diesem Zeitpunkt gingen wir davon aus, dass mein Fuß wahrscheinlich verstaucht war. Trotzdem sind meine Eltern am selben Abend mit mir in die Notaufnahme gefahren, wo ich geröntgt wurde. Das alleine war schon eine Tortur. Ich hab nämlich eine enorm ausgeprägte irrationale panische Angst, wenn ich allein auf einer Liege ohne irgendeine Art von Fallschutz liegen muss. Dass ich still halte, kann man in einer solchen Situation sowieso vergessen. Also musste jemand bei mir bleiben, damit wenigstens ein paar verwertbare Bilder gemacht werden konnten. - Wenn die Liege, auf der ich lag, wenigstens Gitter an beiden Seiten gehabt hätte.... Hatte sie aber nicht, deswegen musste sich mein Vater eine Bleischürze anziehen und bei mir bleiben. Naja, das Ergebnis von dem Ganzen war, dass mein Bein dreifach gebrochen war und eigentlich unbedingt operiert werden musste, aber da ich nicht laufen kann, wär es nicht so schlimm, wenn nicht. Es bestünde aber das Risiko, dass ich lebenslang Schmerzen habe. An diesem Abend hab ich aber erstmal nur einen Gips bekommen, um danach wieder nach Hause zu können. Das Anlegen vom Gips war ziemlich schwierig, weil mein Fuß - wie soll ich das sagen? - schon damals etwas deformiert war. Schließlich durfte ich aber endlich nach Hause und dann hab ich mich eigentlich schon sehr schnell für die Operation entschieden. Mein Vater hatte noch Zweifel, ob mein behindertes Gehirn die Narkose verträgt, deswegen haben wir uns dann noch beraten lassen. Fünf Tage später war dann schließlich mein OP-Termin und nach dem der Oberarzt uns versichert hatte, dass meine Pflege im Krankenhaus auf jeden Fall vom Personal gewährleistet werden kann, stand für mich fest, dass ich alleine ins Krankenhaus gehe. Meine Eltern haben mich noch gebracht und in das für mich vorgesehene Bett gelegt. Sie sind dann noch geblieben, bis die Krankenschwester mich samt Bett zur OP gerollt hat und haben außerdem immer wieder betont, dass ich Angst habe, wenn die Gitter vom Bett nicht hochgestellt sind. Wie auch immer, im OP-Saal wurde ich auf die OP-Liege gelegt, die natürlich keine Gitter an der Seite hat. Ich bekam zwar einen Gurt um die Oberschenkel, aber ich hatte natürlich trotzdem schreckliche Angst. Und dann haben mich die Schwestern auch noch mitten im Raum stehen gelassen, weil die natürlich dachten, ich hätte Angst vor der Operation und nicht davor, runter zu fallen. Na ja, dann bekam ich endlich die Narkose, wachte unter Schmerzen im Aufwachraum auf und wurde in mein Zimmer gebracht. Tja, und dann begannen die wohl schrecklichsten 5 Tage meines Lebens. Ich habe da in diesem Krankenbett mehr oder weniger vor mich hin vegetiert. Mir wurden in dieser Zeit kein einziges Mal die Haare gewaschen, ich wurde nicht auf die Toilette oder tagsüber in den Rollstuhl gesetzt. Ich konnte überhaupt nichts machen - außer fernsehen und das auch nicht immer, weil man den Ton vom Fernsehr nur über Kopfhörer hören konnte und ich mir die ja nicht alleine aufsetzen kann. Lesen oder schreiben kann ich im Bett auch nicht alleine und ich denke, es ist verständlich, dass ich mich schließlich quasi selbst entlassen habe.
9.11.14 15:50
 
Letzte Einträge: Vierzehn., Sechzehn, Zwanzig., Einundzwanzig., Dreiundzwanzig.


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