Startseite
  Über...
  Archiv
  Ein Leserbrief von mir
  Ausschnitte meines Lebens
  Die Folgen von Inklusion (BA)
  Tränen
  Der Wald
  ...mein Glauben
  Die Maske
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Zur Einkommens- und Vermögensanrechnung
   Wheelmap
   Sozialhummel e.V.
   Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung
   Petition für das Recht zu sparen
   Weibernetz
   Maria Langstroff
Letztes Feedback
   25.06.15 21:56
    Das freut mich so sehr f
   29.06.15 07:16
    Kann dir nur beipflichte
   18.02.16 19:30
    Liebe Jasmin, nun wohne



http://myblog.de/illusion.inklusion

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Zehn.

Manchmal frage ich mich, ob ich komplett anders erzogen wurde als alle anderen, sodass ich die Einzige bin, die gewisse Worte oder Bezeichnungen als abwertend und beleidigend empfinden oder ob man, wenn man behindert ist, einfach selbstverständlich das Privileg verloren hat, sich bestimmte verbale Behandlungen zu verbitten und gefälligst lernen muss, das hinzunehmen. Ich denke, dass ich keinesfalls zu weit gehe, wenn ich behaupte, die Pflege von behinderten Menschen hat durchaus auch was mit Inklusion vs. Exklusion zu tun. Für mich ist sie sogar die Basis. Wenn behinderte Menschen in der Pflege nicht gut behandelt werden oder vielleicht durchaus gut und verantwortungsvoll gepflegt werden, aber dabei verbal gedemütigt werden, ihre Menschenwürde und Privatsphäre mit Füßen getreten werden – wie sollen sie sich denn dann je in der Gesellschaft wohl geschweige denn den Nichtbehinderten ebenbürtig fühlen? Ich erinnere mich noch gut an eine äußerst prägende Situation während meines Praktikums. Das war in Marburg beim fib e.V. (Verein zur Förderung der Integration Behinderter) und ich hatte in den ersten zwei Wochen eine Art Ferienfreizeit begleitet. In „unserer“ Gruppe, also in der vom fib, waren geistig behinderte Kinder, von denen die meisten im Rolli saßen. Na ja, jedenfalls kam der Tag, an dem eins der Mädchen, das im Rolli saß, gewickelt werden sollte. Ihre Betreuerin stellte fest, dass die Behindertentoilette zu eng war, also musste eine andere Lösung her. Ich glaub, sie hat nicht sonderlich lange überlegt und in dem Zelt, in dem sich die ganze Gruppe aufhielt, einen Blickschutz aus Stühlen und Decken gebaut und das Mädchen dahinter gewickelt. Wenn man mal ehrlich ist, war der Blickschutz nichts als Dekoration, denn die Kinder, die allesamt im Zelt geblieben waren, fanden das natürlich spannend und liefen zu der wickelnden Betreuerin, um ihr zuzugucken, ihr Fragen zu stellen, was weiß ich. Das war so ein einschneidendes Erlebnis für mich, dass ich es Wochen später in einem Seminar thematisierte und zur Diskussion stellte. Ich weiß selbst, dass ich in solchen Fällen zur Impulsivität neige und es mir schwer fällt, zu argumentieren und zu begründen, warum (geistig) Behinderte das gleiche Recht auf eine würdevolle Behandlung haben wie alle anderen. Vor allem vor dem Hintergrund der Inklusion sollte das doch überhaupt keine Frage sein, aber offensichtlich ist es das schon. Es kann gut sein, dass ich das Folgende in den falschen Hals gekriegt habe und es gar nicht so gemeint war. Jedenfalls meldete sich damals ein Mädchen zu Wort und, meiner Meinung nach, sagte sie etwas, dessen Konsequenz war, dass Menschen mit (geistigen) Behinderungen doch immerhin dankbar sein können, dass sich überhaupt jemand um sie kümmert, sie zum Beispiel wickelt oder ihnen auf die Toilette hilft. Tja, das klingt ziemlich hart und eigentlich kann ich darauf nur mit endlosen Zorn reagieren. Aber wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass ich darüber auch schon mal nachgedacht habe. Ich mein, es gibt Situationen, in denen ich unbedingt pflegerische Hilfe brauche und zwar so sehr, dass ich einfach nur Hilfe will und ich es mir nicht leisten kann, zu sagen 'Ich will aber, dass mir eine Frau hilft' oder 'Ich will nicht, dass du so mit mir/über mich sprichst, wenn ich anwesend bin'.

Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich tatsächlich, dass die Pflege ein wichtiger Grundstein für Inklusion ist.

12.10.14 13:29
 
Letzte Einträge: Vierzehn., Sechzehn, Zwanzig., Einundzwanzig., Dreiundzwanzig.


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung