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Vier.

Neulich war ich auf dem Weg zu einem Seminar. Zufälligerweise ist das mein erstes und einziges Seminar, was im Pilgrimstein 2 stattfindet. Mein ganzes bisheriges Studium habe ich versucht, mich vor jeglicher Veranstaltung zu drücken, die dort stattfindet. Deses Gebäude verfügt über zwei Etagen, wovon die zweite absolut rollstuhlsicher ist - in die erste führt immerhin ein Treppenlift, aber da ich im ersten Semester soviele wunderschöne Erfahrungen mit Treppenlifts machen durfte (immer, wirklich IMMER, wenn ich so einen benutzt habe, hat der auf halber Höhe gestreikt und es vergingen teilweise Stunden, bis sich jemand verantwortlich gefühlt und mich gerettet hat), wollte ich darauf verzichten. Dazu kommt, dass man für solche Lifter einen Schlüssel braucht, den die behinderten Studenten aber logischerweise nicht alleine benutzen können und sogar auch nicht dürfen. Ich mein, wo kämen wir denn dahin, wenn die Behinderten völlig autonom zu ihren Seminaren gelangen könnten?

Wie auch immer, als ich ins 5. Semester kam, merkte ich, dass ich, um auf meine Punkte zu kommen, nun aber ein Seminar im gefürchteten Pilgrimstein belegen musste. Ich fragte die Dozentin zwar, ob sie das Seminar in ein rollifreundlicheres Gebäude wie zB das Hörsaalgebäude oder die PhilFak verlegen könne, aber leider war schon alles belegt. Nagut, dann hab ich halt gedacht, dass ich mich einfach mal da an die Treppe stelle und bedürftig aussehe - mal gucken, was passiert.. Aber ein bisschen mulmig w ar mir schon. Umso mehr hab ich mich gefreut, als sich zeigte, dass meine sehr liebe Freundin Johanna das gleiche Seminar belegt hatte! Dieses Seminar fing um 10.15 Uhr an. Johanna und ich trafen uns also fortan immer um Punkt 10 im Treppenhaus, Johanna steckte den Schlüssel in den Lifter und beamte mich hoch - was auch bis auf zwei Mal überraschend gut klappte!

 

Na gut, egal. Es gibt zwei Möglichkeiten für mich, von der Oberstadt zum Pilgrimstein zu kommen. Entweder ich fahre mit dem Oberstadt-Aufzug runter, dann bin ich auf der Höhe des Lahn-Centers und brauche ca. noch 8 Minuten bis zum Pilgrimstein 2 - oder aber ich fahre mit dem Parkhaus-Aufzug, dann brauch ich nur noch 2-3 Minuten. Also fuhr ich logischerweise immer mit dem Parkhaus-Aufzug. Das etwas nervige am Parkhaus-Aufzug ist, ist, dass man einmal umsteigen muss bzw. man fährt erst ins Parkhaus und dann mit einem weiteren Aufzug auf die Straße. An dem Tag, von dem ich berichten möchte, bin ich um kurz vor 10 im Parkhaus angekommen und steuerte mit zufriedenem Blick auf die Uhr in meinem Kopf den nächsten Aufzug an. Da bemerkte ich ein Schild: Aufzug defekt! Bitte Innen-Aufzug benutzen!

 

Unter den Buchstaben waren Pfeile abgedruckt, die nach rechts zeigten. Ich folgte ihnen und da war tatsächlich noch ein Aufzug. Den hatte ich zwar noch nie gesehen und ich wusste auch nicht, wo der rauskommt, aber ich war mir sicher, dass er mich zur Straße brachte.

Das erste, was mir auffiel, war, dass er unglaublich eng war. Mein Rolli passte nur ganz knapp hinein. Wie auch immer, ich fuhr also nach unten und als ich unten war, fuhr ich rückwärts aus diesem Schuhkarton, drehte mich um und was sah ich? Treppen! Überall Treppen! Widerliche kleine fiese Treppenstufen, die mich umzingelten. Der Aufzug hatte auf einer Art Podest gehalten, von dem aus ausschließlich Treppenstufen zur Straße führten. Für mich gibt es nicht viel deutlichere Arten, zu sagen: Aufzüge sind nicht für Rollstuhlfahrer, sondern nur für faule Läufer da!

Wie dem auch sei, mir wurde klar, dass ich keine Zeit hatte. Johanna wartete bestimmt schon und es war bestimmt schon fast 10. Ich versuchte also, den fiesen Stich in meiner Magengegend zu ignorieren und holte den Aufzug erneut, der - wie sollte es anders sein? - natürlich ewig brauchte, bis er kam. Als er endlich da war, setzte ich meine Scheuklappen auf; nahm keine Rücksicht, bedankte mich nicht, drängelte mich eiskalt vor, war so richtig widerlich und hatte nur noch mein eigenes Ziel vor Augen; Ich fuhr wieder in die Oberstadt, bretterte zum Oberstadt-Aufzug. Blöderweise stiegen mir dann im Oberstadt-Aufzug noch doofe Tränen in die Augen, die

mir die Sicht verdarben. Ich hätte Johanna so gerne gesimst, dass ich mich verspäte und sie warten soll, aber das hätte nochmehr Zeit gekostet. Am Lahn-Center bin ich dann wie eine völlig Wahnsinnige zum Pilgrimstein 2 gerast!


Johanna hat übrigens -wie sollte man es von einem solch wunderbaren Menschen anders erwarten? - treu und tapfer in der Kälte ausgeharrt und auf mich gewartet!


12.8.14 19:28
 
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